Migration ist kein Phänomen der Moderne, sondern der gesamten Menschheitsgeschichte. Die Ausstellung zeigt, dass Menschen bereits seit der Steinzeit in Bewegung sind. Dabei hat jede Epoche ihre Spuren hinterlassen – durch erhaltene Gegenstände, schriftliche Zeugnisse, in der
Sprache oder unserer DNA.
Auch Tiere und Pflanzen wandern und siedeln sich außerhalb ihrer eigentlichen Ursprungsgebiete an. Neben natürlicher Ausbreitung spielt die Mitnahme durch den Menschen
eine wichtige Rolle. Schwein und Kuh, Apfel oder Mais - sie wurden bewusst eingeführt und prägen bis heute unsere Landschaft, Ernährung und Wirtschaftsweise.
Die Ausstellung präsentiert auf drei Etagen die Amöneburg und das Amöneburger Becken als
einen Ort des Ankommens, Bleibens und auch Weiterziehens – von den frühesten Spuren bis in
die Gegenwart, vom Faustkeil bis zu Interviews mit heute hier lebenden Menschen. Sie ist getragen von der Erkenntnis, dass Migration keine Ausnahme ist, sondern eine Konstante und zentrale Kraft der lokalen Geschichte.
Im Foyer des Museums geht die Reise los: mit Fakten, Geschichten und Exponaten aus der Region. In der 1. Etage erzählen Zugereiste persönlich in einer Videopräsentation von ihrem Weg nach Amöneburg. Im Dachgeschoss in den Räumen des NIZA erfährt man schließlich, was Neophyten sind und warum manche davon ein schlechtes Image haben.
Woher der moderne Mensch kommt, wie er sich ausgebreitet hat und warum Amöneburg und das Amöneburger Becken für einige Zuflucht und für manche auch ein Sehnsuchtsort war, erfährt man auf einer Reise von der Steinzeit bis ins Hier und Heute.
Mit den Menschen kamen die Tiere: Rind und Pferd, Schwein und Schaf - alle nicht von hier - prägen auch heute die Land(Wirt)schaft.
Wussten Sie? den Kulturapfel und auch die Walnuss verdanken wir den Römern. Und auch Kartoffel, Mais und Paprika sind Eingebürgerte.